Landesgartenschau
Neuss

Magischer leuchtender Pilz aus Drohnen bei der Landesgartenschau Neuss 2026

„The Secret Garden“ – Aerial Storytelling über der LaGa Neuss

Für die Landesgartenschau Neuss 2026 entwickelte Lunatx SFX mit 732 synchronisierten LED-Drohnen eine eigenständige Himmelsinszenierung zwischen Natur, Fantasie und visueller Erzählung. Unter dem Titel „The Secret Garden“ entstand keine klassische Abfolge einzelner Drohnenbilder, sondern eine zusammenhängende Geschichte: Ein verschlossenes Gartentor öffnet den Zugang zu einer verborgenen Welt, Farben erwachen zum Leben, der Garten verändert sich mit Einbruch der Nacht und führt schließlich über Wachstum, Verwandlung und Verbindung zu einem grünen Herz.

In Zusammenarbeit mit dem Multimediakünstler Klaus Gendrung (modern media).

Musik, Voice-over, animierte Drohnenformationen und programmierte RGB-Lichtmasten auf dem Gelände wurden dabei als gemeinsame Inszenierung gedacht. So spielte sich die Geschichte nicht ausschließlich am Himmel ab: Farbimpulse und Lichtbewegungen setzten sich zwischen den Zuschauerinnen und Zuschauern fort und ließen das Publikum noch stärker in den „Secret Garden“ eintauchen.

Das Tor zum Secret Garden

Am Anfang steht kein Logo und keine unmittelbar erkennbare Botschaft – sondern ein Geheimnis.

Aus der Dunkelheit erscheint ein monumentales Gartentor. Ein Schlüsselloch beginnt zu leuchten, erste Lichtpartikel brechen hervor und schließlich öffnet sich das Tor scheinbar in Richtung des Publikums. Die Zuschauer betreten visuell eine andere Welt.

Dahinter erwacht ein großer Baum zum Leben. Licht fließt durch Stamm und Äste, ein Gesicht wird sichtbar – und der Garten beginnt selbst zu sprechen: „Ich kenne Orte, bevor sie Namen tragen.“

Das Voice-over bildet den ersten erzählerischen Anker der Show. Es verweist zugleich auf die Geschichte des Ortes und auf das, was dort neu entstehen darf: Wo zuvor Bewegung vorüberzog, schlägt etwas Wurzeln.

Der Garten findet seine Farben

Hinter dem Tor erscheinen die ersten Bewohner des Gartens. Eine grüne Libelle, ein rosa Schmetterling und weitere leuchtende Insekten tragen nacheinander die Farben der Landesgartenschau in den Himmel. Ihre Lichtspuren verbinden die Formationen miteinander und machen die Umbauwege selbst zum Teil der Choreografie. Statt dass ein Motiv verschwindet und das nächste einfach erscheint, wandert die Bewegung durch den Himmel weiter. Schließlich kommen die einzelnen Farben zusammen. Aus dem Schwarm entsteht die visuelle Identität der Landesgartenschau.

„Und plötzlich trägt das Licht einen Namen. Willkommen in Neuss.“

Damit wird aus abstrakter Farbe erstmals ein konkreter Ort. Nach dem Logo löst sich die klare Form wieder auf. Die Farben werden zu Bewegung: breite Wellen durchziehen den Himmel, Lichtpunkte verdichten und öffnen sich zu organischen Strukturen. Aus dieser abstrakten Welt entwickelt sich ein großformatiges botanisches Mandala. Blütenformen vervielfachen sich, Ebenen rotieren gegeneinander und erzeugen einen kaleidoskopartigen Eindruck.

Parallel wurden die RGB-Lichtmasten auf dem Gelände individuell programmiert. Farben und Bewegungen aus dem Himmel liefen dadurch teilweise über den Boden weiter. Das Publikum stand nicht nur vor einer Drohnenshow, sondern wurde von Licht umgeben.

The Garden After Dark

Dann wird es dunkel.

„Wenn das Licht schwindet, schweigt ein Garten nicht. Er wechselt nur die Sprache.“

Ein Mond erscheint. Eine Fledermaus zieht durch die Nacht, ein fluoreszierender Vogel breitet seine Flügel aus. Ein Zauberpilz wird zum Ausgangspunkt eines wachsenden Spinnennetzes, aus dem schließlich eine große dreidimensionale Gartenspinne entsteht. Eule und Raupe führen die Reise tiefer in eine Welt, die erst nach Einbruch der Dunkelheit sichtbar wird.

Dieser Teil spielt bewusst mit einer anderen Atmosphäre als die erste Hälfte: weniger Tagesgarten, mehr Biolumineszenz, verborgene Lebewesen und geheimnisvolle Bewegung.

Die Drohnen werden dabei nicht nur zu Lichtpunkten, sondern zu animierten Charakteren. Flügel schlagen, Beine bewegen sich, Körper pulsieren – der Himmel wirkt für einige Minuten wie ein eigener nächtlicher Lebensraum.

Wachstum, Verbindung und Zukunft

Aus kleinen Lichtpunkten entstehen Glühwürmchen. Sie sammeln sich in der Mitte des Himmels und werden zu einem Funken zwischen zwei monumentalen Händen – angelehnt an die beinahe stattfindende Berührung aus Michelangelos „Erschaffung Adams“. Die Fingerspitzen erreichen sich nicht ganz. Entscheidend ist der Raum dazwischen.

„Nichts Lebendiges wächst aus sich allein. Eine Hand streckt sich aus. Eine andere kommt ihr entgegen.“

Aus diesem Funken beginnt die letzte Entwicklung der Show: Eine geschlossene Lotusblüte öffnet sich, aus ihren Blütenblättern entsteht ein Schmetterling. Eine Seerose blüht auf. Eine Pusteblume gibt ihre Samen an den Wind weiter.

„Was der Wind davonträgt, ist nicht verloren. Es findet nur einen anderen Boden.“

Aus dem Gedanken des Weitertragens wird schließlich Wachstum. Eine überdimensionale grüne Ranke steigt durch den Himmel, entwickelt Blätter und formt sich zum Herz.

„Vielleicht beginnt Zukunft genauso: mit einer Wurzel, die niemand sieht – und jemandem, der den Mut hat, ihr Raum zu geben.“

Das grüne Herz bildet den visuellen und dramaturgischen Endpunkt von „The Secret Garden“ – als Symbol für Wachstum, Verbundenheit und den neuen Garten in Neuss.

Aerial Storytelling statt einer Abfolge von Drohnenmotiven

„The Secret Garden“ zeigt, wie sich eine moderne Drohnenshow für Kulturveranstaltungen, Gartenschauen und öffentliche Events über einzelne spektakuläre Formationen hinaus entwickeln lässt.

Das Storyboard wurde als zusammenhängende Dramaturgie konzipiert: Motive entstehen auseinander, übernehmen Farben und Bewegungen voneinander und verändern im Verlauf der Show ihre Bedeutung. Voice-over, Sounddesign, Musik, animierte 2D- und 3D-Formationen sowie die Lichtinszenierung am Boden greifen ineinander.

Damit wird der Himmel nicht nur zur Projektionsfläche, sondern zum Erzählraum. Genau darin liegt für uns der Gedanke von Aerial Storytelling: Eine Drohnenshow zeigt nicht einfach Bilder. Sie kann eine Geschichte erzählen, Atmosphäre schaffen und einen Ort für wenige Minuten völlig neu erfahrbar machen.

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